Unsere Mentoring-Paare durchlaufen in eineinhalb Jahren das RYL! Mentoring-Programm. Dahinter stehen viele Menschen, die dies ermöglichen – unter anderem die Standortverantwortlichen (SV) mit ihren Freiwilligenteams. Bianca Walther, SV in Fribourg und Jenny Breitschmid, SV in Luzern, erklären das Mentoring-Programm und geben uns einen Blick hinter die Kulissen.

 

Im Zentrum des RYL! Mentoring-Programms stehen die Mentoring-Paare. Wie geht ihr vor, um diese für RYL! zu gewinnen?
Bianca Walther (BW): In einem ersten Schritt machen wir eine Planung und kontaktieren für die Gewinnung der Mentees die Schulen, um eine Zusammenarbeit zu besprechen. Wenn ein solcher Zugang nicht möglich ist, versuchen wir mit unterschiedlichen Organisationen Kontakt aufzunehmen.

Jenny Breitschmid (JB): Nachdem Termine für Klassenbesuche vereinbart sind, geht alles ziemlich schnell und sehr intensive Tage beginnen. Wir besuchen die Schulklassen immer zu zweit, teilen die Klasse und stellen uns vor. Dann geht es darum, dass sich die SchülerInnen Gedanken machen, was zum Prozess der Beruflichen Orientierung gehört und warum sie bei RYL! mitmachen sollen. Wir fragen immer, was ihre «Superkraft» ist und wollen so einen Gedankenprozess anstossen. Am Ende stellen wir den Anmeldeprozess vor.

 

Welche Arbeiten stehen hinter der Gewinnung der MentorInnen?
BW: Wir beginnen noch in den Semesterferien mit der Planung, indem wir mit unserem Team zusammensitzen und besprechen, was wir wann umsetzen wollen. Im Zentrum stehen die Vorlesungsbesuche, Stände, aber auch das Flyer Verteilen, Poster Aufhängen und die Präsenz auf den Social Media-Kanälen.

JB: Bei der Planung ist wichtig, dass die einzelnen Aktivitäten aufeinander abgestimmt sind und alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden. Das Wichtigste ist jedoch präsent und aktiv zu sein. An einigen Standorten wird in einer Auswahl an Studiengängen das Engagement bei RYL! sogar mit ECTS-Punkten anerkannt. Nach Eingang der Anmeldungen werden die interessierten Studierenden sowie jungen Berufsleute zu einem Kennenlern-Gespräch eingeladen, wo sie das Mentoring-Programm und die Verpflichtungen noch im Detail erklärt bekommen.

BW: In einigen Fällen lassen wir die zukünftigen MentorInnen noch Fallbeispiele lösen, um zu sehen, wie sie mit den Problemen umgehen und um zu schauen, ob sie für das Mentoring geeignet sind. Am Schluss zählt jedoch der Gesamteindruck, den die Person hinterlässt und das Bauchgefühl.

 

Kurz darauf folgt das Matching. Was können wir uns darunter vorstellen und welche Rolle nehmt ihr ein?
JB: Das Matching ist immer ein sehr intensiver, aber auch spannender Tag. Die Planung mit dem Team, die Aufgabenverteilung und Organisation des Materials und der Verpflegung beginnt schon einige Wochen davor. Am Tag selbst müssen wir schauen, dass sich alle wohlfühlen und das Matching erfolgreich vonstattengeht.

BW: Das Matching beginnt mit einem Spiel als «Ice-Breaker», dann gehen wir zum Speed-Dating über, wo alle die Möglichkeit haben, sich gegenseitig kurz kennenzulernen. Die Mentees und MentorInnen stellen sich gegenseitig Fragen, schreiben ihre Präferenzen auf und während der Mittagspause werden die Tandems von mindestens zwei Teammitgliedern zusammengeführt. Wir versuchen dabei allen Wünschen gerecht zu werden. Nach dem Matching starten die Mentoring-Beziehungen offiziell.

 

Drei Trainingswochenende sind obligatorisch für die Paare. Wie geht ihr eine Trainingsplanung an?
JB: Die Trainings begegnen uns das erste Mal bei der Jahresplanung im Frühjahr. In den SV-Sitzungen kurz vor der schlussendlichen Umsetzung tauschen wir uns nochmals über den Inhalt aus, damit nichts vergessen geht. Unsere Aufgabe ist es jeweils die Rahmenbedingung zu schaffen, d. h. mit den TrainerInnen Kontakt aufnehmen, Material und Verpflegung organisieren, Fotos machen, Fragen beantworten und für eine angenehme Stimmung sorgen sowie Wertschätzung für ihr Engagement zeigen. Den aktiveren Teil nehmen an diesem Tag die TrainerInnen ein und vermitteln den Mentoring-Paaren die Inhalte zum Mentoring, der individuellen Potenzialentfaltung und den Berufswünschen.

 

An allen Standorten gibt es eine Informationsveranstaltung im lokalen Berufsinformationszentrum (BIZ) für die MentorInnen. Was erfahren sie dort?
BW: Da sich die Bildungslandschaft in der Schweiz je nach Kanton stark unterscheidet, erfahren die MentorInnen in erster Linie, wie das System im jeweiligen Kanton aufgebaut ist. Anschliessend stellen die BerufsberaterInnen ihr vielfältiges und kostenloses Angebot vor, zeigen die kommenden Schritte auf und helfen den MentorInnen in ihrem Rollenverständnis als MentorIn weiter.

 

Zwischen den Trainings treffen sich die Mentoring-Paare ca. zwei mal im Monat. Welche Rolle übernehmt ihr in dieser Zeit?
BW: Die erste Ansprechperson für die Mentoring-Paare sind die Mentoring-Paar-KoordinatorInnen (MPK). Sie fragen regelmässig bei den MentorInnen nach, ob es Schwierigkeiten gibt oder ob sie in irgend einer Art und Weise zusätzliche Unterstützung benötigen. Wir treffen uns anschliessend alle zusammen und besprechen die Mentoring-Beziehungen.
JB: Unsere Aufgabe ist es, dass sich die MPK in ihrer Rolle wohl fühlen und sich fähig fühlen, die Mentoring-Paare mit Rat und Tat zu unterstützen. Sie übernehmen eine sehr wichtige Rolle, denn sie decken Probleme auf, die wir anschliessend gemeinsam lösen.

 

Regelmässig organisiert ihr Stammtische oder Freizeitaktivitäten. Wofür macht ihr diese?
BW: Wir organisieren diese, damit sich die Teilnehmenden über alle Mentoring-Jahrgänge hinweg untereinander austauschen und von den Erfahrungen profitieren können.

 

Um den Teilnehmenden einen Einblick in die Berufswelt zu geben, organisiert ihr Workshops mit Partnerunternehmen. Um was geht es in den Workshops und wie seid ihr daran beteiligt?
JB: Das Ziel dieser Partnerunternehmensworkshops ist es, dass die Mentees einen Einblick in die Berufswelt erhalten. Lernende erzählen beispielsweise aus erster Hand aus der Praxis und ihren Erfahrungen, die Mentees können ihren CV für einen Check beim HR abgeben oder üben Bewerbungsgespräche. Wir organisieren mit den Verantwortlichen der Unternehmen den Ablauf und die Inhalte des Programms.

 

Nach eineinhalb Jahren gehen die Mentoring-Beziehungen offiziell zu Ende. Was steht nun noch an?
BW: Die Zertifikatsfeier. Für diese steht jedes Jahr einiges an Organisation an. Wir versenden Einladungen, organisieren einen Raum und Apéro sowie kleine Geschenke für die Mentoring-Paare. An der Zertifikatsfeier sehen wir die Paare nach mehr als einem halben Jahr wieder und es ist immer wieder eindrücklich, was sie für eine Entwicklung gemacht haben…
JB: … viele Mentees sind plötzlich grösser als ihre Mentoren (lacht). An der Feier geht es in erster Linie darum auf die vergangenen eineinhalb Jahre zurückzuschauen, Wertschätzung und Anerkennung zu zeigen und ihnen Kraft und Motivation für die Zukunft zu wünschen. Wir geben ihnen auch mit auf den Weg, dass sie sich jederzeit bei RYL! melden können.

 

Ist das Programm nach eineinhalb Jahren zu Ende oder geht es noch weiter?
BW: Es geht weiter. Die Mentees und MentorInnen erhalten unseren Newsletter und haben die Möglichkeit in den Alumniverein einzutreten. Zudem werden sie an den Standorten für die Stammtische und Freizeitaktivitäten eingeladen. Das Schönste ist jedoch, wenn richtige Freundschaften entstanden sind und sich die Paare weiterhin treffen!

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